Informationen für Ärzte und medizinisches Personal

Auf Grund unseren langjährigen Erfahrungen im medizinischen Bereichen haben wir immer wieder festgestellt, dass es zu erheblichen Missverstädnissen zwischen Ärzten, medizinischen Personal und dem hörgeschädigten Patienten kommt. 

Meistens beginnt es mit der Unwissenheit des medizinschen Personals, dass Hörgeschädigte von den Lippen lesen könnten.

Bitte lesen Sie dazu, unter Informationen"Mythos Lippen lesen".

Unterscheiden Sie bitte bei dem Thema Lippen lesen, auch wenn Sie evt. meinen Patieten erlebt zu haben bei welchen es anscheinend reibunglos ging,dass es unterschiedliche Hörschädigungen gibt.

Man muss klar unterscheiden zwischen Gehörlosigkeit und Schwerhörigkeit. Auch bei Schwerhörigen gibt es unterschiedliche Formen.

Hauptsächlich Auswirkungen zum Verstehen ist der Zeitpunkt der Hörschädigung. Ist diese VOR dem Spracherwerb eingetreten, spricht man von prelingual Ertaubung.

Diejenigen, die bereits Sprache hören und erfahren haben, egal wie gut oder schlecht, sind  postlinguale Hörgeschädigte. 

Dies ist sehr wichtig, weil das Auswirkungen auf das Sprachverstädnis hat!

Dies wirkt sich nicht nur in der schriftsprachlichen Kompetenz sondern auch beim "ablesen" aus. Um so geringer der erfahrene und gelernte Wortschatz, um so schwerer für den Betroffenen schriftsprachlich zu kommunizieren. Das gleiche gilt auch für das absehen.

 

Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Bedeutung einer abgesicherten Kommunikation, mittels eines proffesionellen Gebärdensprachdolmetschers, oftmals keine ausreichenden Bedeutung beigemessen wird.

Umgekehrt haben wir die Erfahrung gemacht,wenn Mediziner/medizinisches Personal und der hörgeschädigte Patient einmal die Erfahrung mit einem Gebärdensprachdolmetscher gemacht haben, dass sie meistens nicht mehr darauf verzichten wollen. Die Behandlung und Kommunikation verläuft dann fließender und beide Kommunikationspartner fühlen sich sicherer im Kommunikationsaustausch. Wir dolmetschen simultan in beide Sprachrichtungen. Daher kommt es zu keiner Verzögerung in der Kommunikation.

Wir ermöglichen dem med. Personal und den hörgeschädigten Patienten eine abgesicherte und vertrauensvolle Kommunikation, die nahezu zeitgleich ist.

Auf Grund von Unwissenheit haben wir mehrmals die Erfahrung machen müssen, dass dies negative, teilweise fatale Folgen bei der weiteren medizinischen Behandlung zur Folge hatte.

Diagnosen und weitere Behandlungen wurden nicht verstanden, wie z.B. Einweisungen zu einer ambulaten oder stationären Behandlung, ebenso Wechselwirkungen von Medikamenten oder  falsche Medikamteneinnahme. Das kann zur Folge haben, dass der hörgeschädigte Patient aus Unsicherheit gar keine Medikamente eingenommen hat.

Bitte kommen Sie Ihrer Pflicht nach, Ihre Patienten umfassendend über seine Diagnose, weitere Behandlung und Therapie aufzuklären! Ein gebärdenkundiger Verwandter, Freund, auch wenn es gut gemeint ist, kann keinen proffisionellen Gebärdensprachdolmetscher ersetzen.

Überall wo im medizinischen Bereich kommuniziert wird ist ein Dolmetscher nötig. Nicht nur beim Arzt, sonder auch bei diversen anderen Therapien (Physiotherapie, Rehasport, Schwangerschaftskurse, Diabetikerschulung,Chemotherapien, Gesundheitskurse ).

Überlassen Sie es Ihrem hörgeschädigten Patienten, wo er einen Dolmetscher haben möchte. Es gibt keine unwichtige Kommunikation!